Fotobericht Teereise China 2017 - Teil 3

Teil 3 –  Besuch bei den Bulang in Zhang Lang

  

Heute besuchen wir das Bulang Volk in Zhang Lang im Badagebirge. Dieses Dorf ist mehr als tausend Jahre alt und ein befreundeter Teebauer von Yu nimmt uns mit seinen traditionell gekleideten Töchtern nach einer Fahrt durch wunderbare Natur freundlich in Empfang.

 

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 Während der Busfahrt nach Zhang Lang bereiten wir uns einen erfrischenden Kaltaufguss mit Pi Lo Chun Grüntee.

 

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 Unsere Teemeisterin Menglin Chou beantwortet und übersetzt nicht nur geduldig all unsere Fragen, sie erklärt auch bei Fachbegriffen die korrekte Schreibweise.

  

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 Auf der Fahrt durch die schöne Bergregion nach Zhang Lang entdecken wir auf dem gegenüber liegendem Berg diesen überdimensionalen, wunderschönen LOVE Schriftzug! 

 

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Hier im Bild sieht man Plantagentee der in China "Taidi" genannt wird.

 

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 Olli unter dem Dorftor von Zhang Lang.

 

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Der Teebauer mit seinen beiden Töchtern in Zhang Lang gehört dem Bulangvolk an.

 

_DSC0859591f1181e32a1 Die beiden zauberhafen Bulang Mädchen sind in traditioneller Tracht gekleidet. Sie begleiten unsere Gruppe den gesamten Tag.

 

Zu Beginn zeigt er uns stolz das Museum des Dorfes und erzählt uns, daß die Bulang ein sehr harmonieliebendes Volk sind. Freundlichkeit und Tanzen sind wichtige Eckpfeiler ihrer Kultur. Sie glauben an eine Kombination aus Hinayana Buddhismus und alten Naturreligionen. Aus beiden Religionen suchen sie sich heraus, was für sie passt. Später besuchen wir noch einen wunderschönen Tempel.

 

 

_DSC0836591f118068912Wir besuchen eine Ausstellung über die Kultur und Geschichte der Bulang hier in  Zhang Lang.

  

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 Zur Zeit gehören etwa 90000 Menschen zum ethnischen Minderheiten-Volk der Bulang.

 

IMG_4294 Die friedliebenden, naturverbundenen Bulang glauben an eine Mischung aus Hinayana Buddhismus und historischen Naturreligionen.

  

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Die Bulang haben den Ruf, die ursprünglichen Vorfahren der Teekultur zu sein. 

 

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 An den traditionellen Häusern wachsen farbenfrohe Orchideen.

 

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 Auch die traditionelle Tracht der fröhlichen Töchter des Teebauerns sind farbenfroh.

 

Vorher werden wir von der Familie des Teebauern in seinem privaten Haus zum Mittag eingeladen. Es wird hier noch an einer offenen Feuerstelle gekocht und die Matratzen und andere einfaches Mobiliar wurden an den Rand geräumt, damit wir an drei Tischen alle Platz finden. Es ist sehr düster, denn Fenster gibt es in diesem einfachen Haus nicht, dafür ist die Atmosphäre sehr gastfreundlich. Die traditionellen, zweistöckigen Häuser sind aus Bambus und Holz gebaut. Unten lebt das Vieh und oben wird in einem großen Wohnraum geschlafen und gekocht. Hühner und Schweine dürfen im Dorf frei herum laufen.

 

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 Die Teebauernfamilie hat in Ihrem Wohnbereich für uns an dieser Feuerstelle gekocht. An der Wand hinten sieht man die an den Rand gestellten Matratzen der Familie.

 

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 Das Essen ist köstlich und wir sind sehr berührt von dieser unglaublich großzügigen Gastfreundschaft.

 

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 Alles frisch und superlecker. Wie alle Mahlzeiten ist hier stets alles regional was die Landwirtschaft saisonal bietet. Nichts ist importiert.

 

Nach dem Mittag gibt es ein Teatasting mit Menglin. Der Teetisch des Bauerns steht im Nebenraum unter dem einzigen kleinen Dachfenster. Aber nicht nur das Licht, das auf unsere Teemeisterin fällt ist magisch. Wir trinken zwei sehr unterschiedliche Tees. Der Erste stammt von ursprünglich geköpften Gushu Teebäumen. Es gab leider in China eine Zeit, als alte Bäume komplett gekürzt (geköpft) wurden, um den Ertrag in den Folgejahren zu erhöhen und die Ernte zu vereinfachen. Dabei wurde ein großer Qualitätsverlust in Kauf genommen. Ein zweiter Grund war, daß die Regierung in der Region schnell wachsende Pflanzen wie etwa Kautschuk, Bananen oder Mais anpflanzen wollte. Das Kürzen/ Köpfen der Bäume liegt ungefähr 40 – 80 Jahre zurück. Unser erster Tee ist zwar nicht schlecht, aber etwas flach mit wenig Frucht, Süße und Tiefe.

Der Zweite, den Menglin zubereitet, stammt von intakten alten Teebäumen (Gushu). Er ist wunderbar, hat viel Süße, ein tiefes Echo und ein breites Bouquet an fruchtig-floralen Noten. 

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Unsere taiwanesische Teemeisterin Menglin Chou aus Zürich bereitet Tee aus Zhang Lang zu.

 

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Losen, ungepressten Sheng Pu Erh nennt man Mao Cha. 

 

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Wir verkosten fast ausschließlich Mao Cha und werden die besten davon als gepresste Fladen, Bing Cha genannt, zum Sommer in Deutschland erhalten.

 

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 Die Tees werden unkompliziert im Gaiwan zubereitet.

 

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 Das Licht von der kleinen Dachluke ist magisch ...

 

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... und lässt den köstlichen Tee erstrahlen.

 

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 TIPP! Die hochgeschätzte Teemeisterin Menglin Chou ist eine Koriphäe auf dem Gebiet Tee aus China und Taiwan. Ihr besondere Teefachgeschäft in der Züricher Altstadt ist für jeden Teefreund ein Besuch wert shuitang.ch  Und auch Ihr Teeblog ist sehr zu empfehlen charen.ch

 

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Ein wunderschöner Moment mit einem besonders kraftvollen Tee auf Zhang Lang. Dieser besondere Tee spendet uns Energie.

 

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Ein Künstler und Meister seines Fachs: Teemeister Jinsong You. Die von ihm produzierten Tees sind außergewöhnlich delikat und von höchster Güte.

 

Mit diesem angenehmen Geschmack im Mund geht es für uns auf eine kleine Wanderung zu einem Tempel der Hinayana Buddhisten.  Über viele Stufen geht es zu einer großen Anhöhe, auf der die kleine Tempelanlage stilvoll in die Natur eingebettet ist. Der Priester segnet uns und wünscht jedem einzelnen gute Gesundheit. Es ist ein toller Moment, denn auch wenn wir nichts von der Sprache verstehen, sind die Vibrations sehr positiv und es sind eigentlich keine Worte nötig.

 

_DSC1003591f149017086 Die beiden Elefanten bewachen den Pfad zum wichtigsten buddhistischen Meister des Bezirks Menghai. 

 

 

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 Der Weg zur Tempelanlage führt über viele Stufen auf den so genannten Elefantenberg.

 

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Das üppige Dach des Tempels glänzt wunderschön in der Sonne. 

 

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Die Tempelgebäude der Hinayana Buddhisten sind prachtvoll verziert. 

 

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 Wunderschöner, imposanter Octagonal Pavilion in der buddhisten Tempelanlage.

 

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Die Anlage steht auf einem Berg mitten im tropischen Wald. 

 

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Wir besuchen den Mönch der jeden einzelnen von uns freundlich segnet. Im Tempel darf nicht fotografiert werden - zum Glück, denn das würde die ehrfürchtige Stimmung der spirituellen Zeremonie zertören. Dieser eindrucksvolle Gong steht direkt außerhalb des Eingangs.

 

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 Wir erhalten während der Segnung Armbändchen vom Priester der uns gute Gesundheit wünscht. Die Bändchen bieten Schutz und Kraft. Frauen erhalten sie am linken, Männer am rechten Handgelenk.

 

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Prachtvolle Orchideen wachsen hier in diesem tropischen Klima besonder üppig und eindrucksvoll. 

 

Es geht weiter zum Garten des Teebauerns in Zhang Lang im Badagebirge und auf dem Weg sehen wir einige Taidi Cha Felder, aber auch so genannte vergessene, verwilderte Gärten (Huang Shan). Die Pflanzen von Huang Shan Gärten wurden vor ungefähr 50 - 60 Jahren aus Samen angepflanzt und anschließend wegen der Kuturrevolution aus unterschiedlichsten Gründen verlassen und vergessen. Daher nennt man sie "Huang Shan" (chin.= der verlassende Berg). Diese Art von Pu Erh Tee ist völlig naturbelassen und wird ohne Dünger oder Pflanzenschutzmittel bewirtschaftet. Sie sind im harmonischen Einklang mit der Natur und eine gute Alternative zu Taidi Cha. Aufgrund der steigenden Nachfrage und dem attraktiven Preis ist Taidi Cha begehrt. Es gibt aber auch sehr gute Taidi Cha Tees die allerdings vorzugsweise aus Samen gezogen wurden, maximal dreimal pro Jahr gepflückt werden und ökologisch völlig naturbelassen wachsen dürfen.

Nach einem kleinen Spaziergang werden uns sehr schöne alte Teebäume gezeigt. Der besonderem Stolz des Bauerns ist ein Single Tree (Dan Cong). Die Ernte von dieser Pflanze beträgt nur ca. 10 kg Teeblätter pro Jahr, ergibt ungefähr 2 kg fertigen Tee, wird aber nicht mit der Ernte anderer Bäume vermischt und ist daher besonders wertvoll. 

 

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Taidi Cha Plantage.

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Verwildeter Taidi Cha. 

 

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Märchenhafter Pfad durch den alten Gushu Teegarten in Zhang Lang. 

 

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 Alte und junge Teebäume im gemischten Teewald.

 

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Markierung am alten Gushu Teebaum. 

 

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 Olli beim Gushu-Hugging!

 

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 Alte Teebäume, so genannte Gushu.

 

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Unsere Gruppe beim Wandern durch den geheimnissvollen Gushuwald in Zhang Lang.

 

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 Die Ausblicke sind atemberaubend schön.

 

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 Sichtbar alte Teebäume mit niedrigem Stamm.

 

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 Alter kurzer Teebaum.

 

 

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Hier oben im stolzen "Single Tree" wird gerade Tee geplückt. Diese wertvollen Blätter werden mit keinen der andere Bäume vermischt und ergeben pro Jahr ca. 2kg fertigen Dan Cong Tee.

 

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Teepflückerin im Single Tree.

 

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Ein Teeblatt von diesem besonders wertvollen Teebaums von dem jährlich ungefähr 10 kg Teeblätter  gepflückt werden.

 

 

In diesem Garten hat man wirklich ein Urwaldfeeling. Die Natur bezaubert uns. Es wird jetzt deutlich, was Yu damit meint, daß die alten Bäume in einem intakten natürlichen Umfeld wachsen sollen, damit sie sich gesund und stark entwickeln können. Auch die Länge und Kraft der Wurzeln nimmt später Einfluss auf den Geschmack des Tees. Daher ist es besonders wichtig, daß die Pflanzen viel Zeit haben langsam zu wachsen.

Ich lasse mich etwas von der Gruppe zurückfallen, um den Geräuschen des Gushuwaldes zu lauschen. Ein unvergesslicher Moment – the sound of Gushu! 

TIPP:  Um den Naturgeschäschen besser lauschen zu können bitte den Ton komplett aufdrehen.

 

Auf dem Weg zurück zum Hotel stoppen wir ein zweites Mal bei Yu’s Lieblingsrestaurant in dieser Region. Gestern waren wir alle begeistert und auch heute schmeckt es wieder super, frisch und angenehm exotisch. Es werden hier nur regionale Gemüse-, Fleisch- und Fischsorten verarbeitet. Oft haben die Speisen eine angenehme Schärfe und die Kombination von viel frischem Koriander, Chili, Knoblauch und Sojasoße ist besonders beliebt.

 

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In der Mitte der Tische steht meistens eine große Drehscheibe, so kann man alles nach Herzenslust plazieren und probieren. 

 

Auch an diesem Abend treffen wir uns wieder zu einem Teatasting bei Yu im Hotelzimmer. Es stehen drei Mao Cha 2017 auf dem Programm. Um Tees zu beurteilen oder auch Kaufentscheidungen zu treffen, wird hier fast immer Mao Cha verkostet. Im Idealfall wird dieser nach ca. 10 Tagen, zu Fladen gepresst (Bing Cha). Der Tee kann in der gepressten Form noch besser nachreifen und gelagert werden. Der erste Tee stammt aus Bing Dao. Er ist zart und süßlich, hat aber im Abgang leicht verbrannte Noten (schlechtes Kochen). Man riecht es auch an den aufgegossenen Blättern. Der Zweite stammt aus der Region Yiwu, in die wir morgen fahren werden, aus dem Dorf Cha Wang Shan. Es ist ein sehr sanfter Tee mit süßen, leicht fruchtigen Noten, sehr klar in der Tasse und erinnert unsere Teemeisterin Menglin an fließendes, sauberes Bachwasser – ein sehr zugänglicher Tee. Zum Abschluss und Kontrast kommt noch ein Lao Ban Zhang in unsere Tassen. Er ist sehr kraftvoll, mit breiter Struktur und einer fruchtig, leicht-herben Grapefruitnote. Geli wird auch an Waldhonig erinnert.

Trotz des vielen Tees und jeder Menge schöner Eindrücke schlafen wir heute gut ein ... .

Im nächsten Teil 4 von 8 werden wir selber Tee kochen, bzw. trocken garen.


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