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Vielfalt im Cup: Japans Kultivare von Okuyutaka bis Yutaka Midori (Teil II)


Die moderne japanische Teekultivierung basiert maßgeblich auf der Entdeckung des Kultivars Yabukita (薮北). Im Jahr 1908 selektierte Hikosaburo Sugiyama in der Präfektur Shizuoka ein herausragendes Exemplar aus einem Bestand einheimischer Teepflanzen. Der Name leitet sich von seinem Standort ab: Die Teepflanze wuchs auf der Nordseite eines Bambuswäldchens (Yabu = Bambuswäldchen, Kita = Norden).
Der Übergang zur systematischen Kultivierung
Vor der Etablierung selektierter Züchtungen wurden Teepflanzen in Japan überwiegend generativ, also über Samen vermehrt (Zairai). Dies führte zu genetisch heterogenen Beständen mit uneinheitlichen Austriebszeiten und schwankenden Erträgen. Der strukturelle Wandel vollzog sich in mehreren Phasen: 
1960er-Jahre: Beginn der schrittweisen Ablösung traditioneller Anbaumethoden zugunsten selektierter Kultivare.
1970er-Jahre: Flächendeckende Durchsetzung, bereits zwei Drittel der Betriebe kultivierten Yabukita. 
1990er-Jahre: Etwa 93 % der Teegärten bauten Yabukita an, sodass sie für rund zwei Drittel der japanischen Gesamtproduktion verantwortlich war.
Wirtschaftliche und agrarische Faktoren
Die weit verbreitete Verwendung des Yabukita-Kultivars war vor allem auf seine Frosthärte und die Ertragsstabilität zurückzuführen. Dennoch bringt eine solche Monokultur spezifische Risiken mit sich, wie Ernte-Engpässe. Da ein Großteil der Bestände nahezu zeitgleich austreibt, entstehen Kapazitätsprobleme in der Logistik und Weiterverarbeitung. Phytopathologische Risiken, wie eine geringe genetische Diversität begünstigen die Ausbreitung von Schädlingen und Krankheiten. Darüber hinaus haben die Teesträucher eine produktive Lebensdauer von 30 bis 40 Jahren, wodurch sich Betriebe langfristig an die gewählte Sorte binden. 
Diversifizierung und moderne Züchtung
Um diesen Herausforderungen zu begegnen und der steigenden Nachfrage nach geschmacklicher Differenzierung gerecht zu werden, rückte die Züchtung neuer Kultivare in den Fokus. Seit der Etablierung von Yabukita wurden über 100 neue Sorten registriert. Viele dieser Neuzüchtungen, wie etwa Saemidori oder Okumidori, nutzen Yabukita als genetische Basis, sind jedoch auf spezifische Standorte, Erntezeitfenster oder sensorische Profile (z. B. höherer Umami-Gehalt oder intensivere Farbe) optimiert.
In diesem zweiten Teil unserer Reihe widmen wir uns weiteren spannenden japanischen Kultivaren von offiziell registrierten Sorten bis hin zu samenvermehrten Zairai-Pflanzen.
Okuyataka
Okuyutaka ist eine mittelspät austreibende Sencha-Sorte, die 1983 in der Kanaya Tea Experiment Station registriert wurde. Okuyutaka ist eine Kreuzung aus Yutakamidori und Cha-Hon F1NN8. Die für die Kreuzung verwendete Pollenkomponente Cha-Hon F1NN8 entstand aus Tamamidori (einem Zairai aus Kyoto) und S6 (einem Zairai aus Shizuoka). Sie weist deutlich höhere Erträge als Yabukita auf und zeichnet sich durch eine gute Kälteresistenz und geringe Krankheitsanfälligkeit aus. Ihr ausgeprägtes Geschmacksprofil, das darauf zurückzuführen ist, dass sie nicht von Yabukita abstammt, bietet ein mildes Umami. Okuyutaka eignet sich besonders für den Anbau in den südlichen Gebieten der Präfektur Shizuoka, einschließlich der Bergregionen, in denen ihre Kälteresistenz von entscheidender Bedeutung ist. Allerdings verhärten sich ihre jungen Blätter schnell, sodass nur ein kurzes Zeitfenster bleibt, bevor die Qualität nachlässt. Diese Sorte hat einen relativ geringen Gehalt an Catechinen und einen hohen Gehalt an Aminosäuren. 
Hier gehts zu allen Tees aus dem Okuyataka-Kultivar.
Saemidori 
Saemidori ist eine hochwertige Teesorte, die für die Herstellung von Matcha und Gyokuro zunehmend geschätzt wird. Als Kreuzung zwischen Yabukita und Asatsuyu vereint Saemidori die Widerstandsfähigkeit von Yabukita mit dem außergewöhnlichen Umami von Asatsuyu. Der daraus gewonnene Tee hat eine leuchtend grüne Farbe, eine intensive Süße und eine minimale Bitterkeit. Der Name Saemidori lässt sich mit „klares Grün“ übersetzen und spielt auf die intensiv grüne Färbung der jungen Knospen an. Saemidori eignet sich für warme Klimazonen und wird daher hauptsächlich in der Region Kyushu im Süden Japans, insbesondere in der Präfektur Kagoshima, angebaut. Als früh austreibende Sorte, kann sie 4 bis 7 Tage früher als Yabukita geerntet werden. Die Farbe, das Aroma und der Geschmack eines aufgebrühten Saemidori Tees sind auch bei späteren Ernten sehr gut. Das Kultivar hat einen höheren Aminosäuregehalt als Yabukita, wobei die „natürliche Gyokuro”-Eigenschaften von Asatsuyu in den Aufgüssen von Saemidori nicht ganz zu finden sind. Saemidori wurde 1969 aus Yabukita und Asatsuyu gekreuzt, um die Schwächen von Asatsuyu auszugleichen. Zwar liefert Asatsuyu eine besonders hohe Qualität, bringt jedoch nur geringe Erträge und ist zudem sehr frostempfindlich. Dennoch ist Saemidori anfällig für Frostschäden, und wenn diese einmal aufgetreten sind, erholen sich die Sträucher nur schwer davon. Daher müssen in kälteren Regionen zusätzliche Maßnahmen ergriffen werden, um die Gesundheit der Saemidori-Pflanzen zu erhalten. Der Anbau dieser Sorte kann deshalb eine ziemliche Herausforderung sein, nichtsdestotrotz handelt es sich um einen sehr erfolgreichen Hybrid, der in Japan immer beliebter wird.  
Hier gehts zu allen Tees aus dem Saemidori-Kultivar.
Saki Midori
Saki Midori ist eine japanische Teesorte, die sich durch ihre leuchtend grüne Farbe auszeichnet. In den letzten Jahren hat sie einiges an Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Das Kultivar wird hauptsächlich für Sencha verwendet und kann in ganz Japan angebaut werden. Die Abstammungslinie von Saki Midori beginnt mit einer Sorte namens ME52, die von einer einheimischen Teepflanze aus der Präfektur Miyazaki stammt. Im Jahr 1953 wurde die Sorte Yabukita mit Shizuoka Zairai #16 gekreuzt. Das Ergebnis war die Sorte Chamoto F1NN27. Okumidori stammt zwar aus derselben Kreuzung, ist jedoch ein anderer Sämling. Schließlich wurden ME52 und Chamoto F1NN27 1979 in der Präfektur Miyazaki gekreuzt. Es dauerte bis 1997, bis der beste Samen als Teesorte Nr. 47 registriert und als Saki Midori bezeichnet wurde. Sakimidori kann zwei Tage früher als Yabukita geerntet werden und liefert einen höheren Ertrag. Wenn Saki Midori zu Sencha verarbeitet wird, hat er eine tiefgrüne Farbe, einen goldenen Aufguss und einen ausgewogenen Geschmack. Zudem hat er zwei interessante Eigenschaften: Er ist relativ arm an Catechinen und reich an Chlorophyll. 
Hier gehts zu allen Tees aus dem Saki Midori-Kultivar.
Sayama Kaori 
Sayama Kaori ist wurde aus einem Yabukita-Samen in Saitama ausgewählt und 1971 registriert. Der Name wurde in Anhlehnung an seine Herkunft gewählt, da das Kultivar im Forschungszentrum von Saitama (Saitama = Sayama) ausgewählt wurde und sich durch ein besonders ausgeprägtes Aroma auszeichnet. Ihre Widerstandsfähigkeit und ihr guter Ertrag machten sie einst zu einem Erfolg, doch aufgrund ihrer dunklen Farbe und ihrer Adstringenz hat sie etwas von ihrer früheren Beliebtheit eingebüßt. Nichtsdestotrotz ist ihre Adstringenz neben ihrem reichhaltigen, charakteristischen Duft Teil ihres Charmes. 
Hier gehts zu allen Tees aus dem Sayama Kaori-Kultivar.
Shizu 7132
Diese Köstlichkeit wurde vom Teefarmer Tetsuro Mochizuki aus Shimizu in den Bergen von Shizuoka kreirt. Nach jahrelanger Arbeit ist es diesem Teefarmer gelungen Shizu 7132 zu züchten. Das Kultivar ist vergleichsweise ursprünglich, wild und hat einen besonders feinen und natürlichen Geschmack von Kirschblüten. Das Kirschblütenaroma stammt von einer Verbindung namens Cumarin, die auch in einigen anderenTeesorten enthalten ist, jedoch ist die Cumarin-Konzentration in Shizu-7132 am höchsten. Das Kultivar weist auf dem Feld dicke Stiele und rote Knospen auf. Sobald die Knospen ausgewachsen sind, werden diese grün. Shizu-7132 zählt zu den nicht offiziell registrierten japanischen Teesorten und wird hauptsächlich in der Präfektur Shizuoka angebaut. Yabukita diente für die Züchtung von Shizu-7132 als Mutterpflanze, während die Vaterpflanze bis heute unbekannt bleibt. Es wird zwar vermutet, dass es sich um ein Kultivar für die Schwarzteeproduktion handelte, jedoch gibt es für diese Vermutung keine eindeutigen Beweise. Zu jener Zeit waren zwei der wichtigsten Eigenschaften für Teesorten ein intensives Umami und ein unkomplizierter Anbau. Man entdeckte zudem, dass Shizu-7132 sehr widerstandsfähig gegen Frostschäden war, und nannte sie Shimo Shirazu (unbeeindruckt von Frost). Shizu-7132 hat eher dicke Stiele, sodass sie sich nicht leicht rollen lassen, wodurch ihr besonderes Aroma dadurch anfangs unbemerkt blieb. Heutzutage ist dieses Kultivar aufgrund seines besonderen Kirschblütenaromas sehr begehrt. 
Hier gehts zu allen Tees aus dem Shizu 7132-Kultivar.
Takachiho 
Takachiho ist eine besondere Sorte, da sie speziell für die Herstellung von Kamairicha entwickelt wurde. Das Kultivar wurde nach der Stadt Takachiho in der Präfektur Miyazaki benannt und 1953, im selben Jahr wie die Sorte Yabukita, registriert. Was genau aber macht Takachiho zu einem geeigneten Kultivar für die Herstellung von Kamairicha? Neben einem angenehmen Geschmack und Aroma nach dem Rösten muss die ausgewählte Sorte nach dem Rollen ihre Form behalten, damit die Blätter am Ende des Prozesses gekräuselt aussehen. Dies wird durch die Verwendung dickerer Teeblätter erreicht, wie sie bei dem Takachiho-Kultivar auftreten. Die Sorte wird zu einem ähnlichen Zeitpunkt wie Yabukita geerntet, wodurch sie zu den "normal" austreibenden Kultivaren zählt. Als zusätzlichen Vorteil hat Takachiho eine ausgezeichnete Widerstandsfähigkeit gegenüber Kälte, sowie einen hohen Ertrag bei der Ernte. Wenn Takachiho zu Kamairicha verarbeitet wird, ergibt es einen goldenen Aufguss mit einem wunderbaren Nachgeschmack und geringer Adstringenz. Die Region Takachiho ist dementsprechend bekannt für seine besonders hochwertigen, trocken erhitzten Tees wie Kamairicha. 
Hier gehts zu allen Tees aus dem Takachiho-Kultivar.
Tsuyuhikari
Im Japanischen bedeutet „tsuyu“ Tau, während „hikari“ mit Licht übersetzt werden kann. Im Jahr 1970 wurde Tsuyuhikari im Teeforschungsinstitut der Präfektur Shizuoka aus Asatsuyu und Shizu-7132 gezüchtet. Dieses Kultivar wird wegen seines Umami, seiner Süße und satten Aufgussfarbe geschätzt. Was die Anbaufläche betrifft, ist Tsyuyuhikari recht selten, wird jedoch in der Präfektur Shizuoka immer beliebter. Sie kann zwei Tage früher als Yabukita geerntet werden und zählt daher zu den etwas früh austreibenden Sorten. Tsuyuhikari ist noch widerstandsfähiger gegenüber niedrigen Temperaturen als Yabukita. Nach der Verarbeitung zu Sencha sind die Blätter hellgrün und der Aufguss smaragdgrün. Die Farbe ist noch intensiver, wenn es sich um einen Fukamushi-Sencha handelt. Tsuyuhikari eignet sich ebenfalls für die Herstellung von Oolong. Sein Aroma ist generell frisch, leicht blumig, mit einem schönen Umami und guten Körper. 
Hier gehts zu allen Tees aus dem Tsuyuhikari-Kultivar. 
Unkai
Die Sorte Unkai bedeutet übersetzt „Wolkenmeer“ und bezieht sich auf ein Wetterphänomen in der Provinz Takachiho. Unkai wird am häufigsten für die Herstellung von Kamairicha verwendet. Diese Sorte stammt aus einer Kreuzung zwischen Takachiho und einer Teepflanze der Sorte Assamica namens F1-9-4-48. Es kann etwa zur gleichen Zeit wie Yabukita geerntet werden, was ihn zu einer Sorte mit normalem Austrieb macht.
Hier geht's zu allen Tees aus dem Unkai-Kultivar.
Yabukita
Yabukita (Yabu = Bambuswäldchen und Kita = Norden) ist das dominierende Teekultivar in Japan und macht etwa 75 Prozent des gesamten Teeanbaus des Landes aus. Yabukita wurde bereits 1908 von Hikosaburo Sugiyama aus einem in der Präfektur Shizuoka entdeckten Sämling entwickelt und erlangte seinen überwältigenden Marktanteil durch zuverlässige Erträge, ausgezeichnete Winterhärte und ein ausgewogenes Geschmacksprofil, das sich für alle japanischen Grünteesorten eignet. Die Pflanze erregte erstmals 1927 die Aufmerksamkeit von Wissenschaftlern, bevor sie 1953 schließlich offiziell in das Sortenregister aufgenommen wurde. Seitdem gilt sie aufgrund ihrer sehr guten Klimaanpassungsfähigkeit und ihres Ertrags als eine der am einfachsten anzubauenden Teesorten. Über 100 weitere Kultivare wurden auf der Grundlage von Yabukita gezüchtet, darunter die vielgelobte Sorten wie Saemidori und Okumidori. 
Hier gehts zu allen Tees aus dem Yabukita-Kultivar.
Yamakai
Yamakai (Shizu-7166) bedeutet übersetzt „Bergschlucht“. 1967 gehörte dieses Kultivar zu jenen Sorten, die im Forschungszentrum der Präfektur Shizuoka aus Yabukita-Samen ausgewählt und entwickelt wurden. Alle in den 60er Jahren angebauten Sorten sind mit Shizu-7XXX kodiert. Yamakai hat ein reichhaltiges Umami und ist beliebt für die Herstellung von beschatteten Teesorten wie Kabusecha und Gyokuro. Dank ihres unverkennbaren Duftes von Melone und Himbeeren eignet sie sich jedoch auch hervorragend für die Herstellung von Sencha. 
Hier gehts zu allen Tees aus dem Yamakai-Kultivar.
Yume Kaori 
Die Sorte Yume Kaori („Yume“ – Traum, „Kaori“ – Duft) wurde am Teeforschungsinstitut in Miyazaki speziell für die Bedingungen dieser südlichen Region Japans gezüchtet. Yumekaori ist die erste japanische Sorte, die speziell für die Resistenz gegen die Weißpfirsichschildlaus gezüchtet wurde, einen in Japan weit verbreiteten Schädling. Hierfür wurde 1986 Sayamakaori mit Miyazaki #8 gekreuzt und 2006 als Yume Kaori registriert. Yume Kaori kann 3 bis 5 Tage früher als Yabukita geerntet werden. Nach dem Welken hat diese Sorte ein angenehm blumiges Aroma und liefert auch als Oolong produziert gute Ergebnisse. 
Hier gehts zu allen Tees aus dem Yume Kaori-Kultivar
Yumesuraga
Yumesuruga ist eine spät austreibende Sorte, die einen rund 1,5-fach höheren Ertrag als Yabukita erzielt und etwa vier Tage später geerntet wird. Sie ist nach der damaligen Provinz Suruga benannt, die heute den zentralen Teil der Präfektur Shizuoka bildet. Hierfür wurde 1986 Okuhikari mit Yabukita gekreuzt und 2012 gemäß dem Saatgut- und Setzlingsgesetz registriert. Das Aroma ist frisch, mild, wenig adstringierend mit Noten von Gurke. Yumesuruga hat im Vergleich zu Yabukita einen relativ geringen Catechingehalt. 
Hier gehts zu allen Tees aus dem Yumesuraga-Kultivar. 
Yutaka Midori 
Yutaka Midori („reichhaltiges Grün”) ist keine offiziell registrierte Sorte, steht jedoch hinsichtlich der Anbaufläche in Japan direkt nach Yabukita an zweiter Stelle. Sie kommt vor allem in der Präfektur Kagoshima vor, wo sie in etwa 30 % der Anbaufläche ausmacht. Da diese früh austreibende Sorte einen besseren Ertrag als Yabukita hat, aber nicht kälteresistent ist, eignet sie sich vorallem für den Anbau im südlichen Teil Japans, wo die Temperaturen durchschnittlich höher sind. Bei einer normalen Verarbeitung zu Sencha stellte sich heraus, dass Yutaka Midori sehr adstringierend war und eine unerwünschte Farbe im Aufguss zeigte. Dieses Problem kann jedoch gelöst werden, indem man sie zu Fukamushi Sencha verarbeitet und die Teepflanzen eine Woche vor der Ernte beschattet. 
Hier gehts zu allen Tees aus dem Yutaka Midori-Kultivar. 
Zairai 
Teepflanzen, die einem bestimmten Kultivar zugehörig sind, sind im Wesentlichen Klone, da die Teepflanzen aus Stecklingen anstelle von Samen gezogen werden. Die Neuanpflanzungen von bestimmten Kultivaren über Stecklinge sorgt dafür, dass man sortenreine Teefelder vorfindet. Zairai werden dahingegen aus Samen gezogen, was bedeutet, dass jede Teepflanze sehr unterschiedliche Eigenschaften aufweist, also einen leicht unterschiedlichen Genotyp von seinen Elternpflanzen hat und nicht einheitlich ist. Wenn man beispielsweise zehn Samen von derselben Teepflanze pflanzt, wird man Unterschiede in Höhe, Farbe, Geschmack und Ertrag feststellen. Durch das gemischte Erbgut ergibt sich optisch ein „buntes“ Feld unterschiedlichster Grünschattierungen. Erfreulicherweise experimentieren immer mehr junge Teebauern mit den Zairaipflanzen Ihrer Vorfahren. Zairai bedeutet „einheimisch”, was darauf hinweist, dass viele der Zairai-Teepflanzen „wild” sind und darüber hinaus auch sehr alt sein können, sogar mehrere hundert Jahre alt.
Hier geht's zu allen Zairai Tees. 
Und hier geht es zum Teil I dieses Blogartikels "Vielfalt im Cup: Japans Kultivare von Asanoka bis Okumidori (Teil I)".