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Kamairicha – die unterschätzte Rarität Japans


Kamairicha ist ein echter Geheimtipp unter den japanischen Grüntees! Obwohl er eine lange Tradition hat, ist er heute kaum bekannt – denn die industrielle Dämpfung hat sich als Standardverfahren durchgesetzt. Die Herstellung von Kamairicha ist aufwendiger und erfordert viel Erfahrung, weshalb er in der modernen Teewelt selten geworden ist. Noch immer wird er unterschätzt – dabei steckt so viel Charakter in diesem besonderen Tee.

Statt wie die meisten japanischen Grüntees gedämpft zu werden, erhitzt man Kamairicha traditionell in Eisenpfannen. Das verleiht ihm ein unverwechselbares Aroma mit milden Röstnoten, einer angenehmen Süße und nussigen Nuancen. Eine fast vergessene Spezialität, die es verdient, wiederentdeckt zu werden.

Woher kommt Kamairicha?
Die Wurzeln dieses Tees reichen tief in die japanische Teegeschichte. Bevor sich die Dämpfung etablierte, wurden alle japanischen Grüntees durch trockenes Erhitzen verarbeitet. Kamairicha bewahrt diese alte Methode – ein Stück lebendige Teekultur, das einst in ganz Japan verbreitet war.

Heute macht Kamairicha weniger als 1 Prozent der gesamten Teeproduktion in Japan aus. Hauptsächlich wird er noch von kleinen Familienbetrieben in der Region Kyushu hergestellt, insbesondere in den Präfekturen Miyazaki und Kumamoto.

Die Herstellung – traditionell und anspruchsvoll
Kamairicha wird nach der Ernte nicht gedämpft, sondern in heißen Pfannen geröstet und dabei laufend gewendet. Diese Technik ist heute selten geworden, weil sie Fingerspitzengefühl und viel Erfahrung verlangt. Doch genau das macht Kamairicha so besonders: ein Tee für alle, die das Ursprüngliche und Handwerkliche schätzen.

Wie schmeckt Kamairicha?
Kamairicha hebt sich deutlich von typischen japanischen Grüntees wie Sencha oder Gyokuro ab. Er ist weniger grasig, dafür weicher, mit einer leichten Süße und warmen, röstigen Nuancen. Manche schmecken Kastanie oder Mandel, andere entdecken blumige oder getreidige Noten.

Und das Beste: Durch die sanfte Erhitzung ist Kamairicha besonders magenfreundlich. Durch das Röstverfahren (statt Dämpfen) werden weniger Catechine freigesetzt – das sind gerbstoffähnliche Polyphenole, die für das zusammenziehende Mundgefühl und gelegentlich auch für Magenreizungen verantwortlich sind. So ist Kamairicha nicht nur milder im Geschmack, sondern oft auch besser verträglich für empfindliche Teefans.

So bereitest du ihn zu
• Menge: 2–3 g Tee auf 200 ml Wasser
• Temperatur: 80–90 °C
• Ziehzeit: 1–2 Minuten
• Mehrere Aufgüsse möglich, mit deutlich kürzeren Ziehzeiten (5–10 Sekunden), solange das Aroma anhält.

Warum solltest du Kamairicha probieren?
Weil er eine echte Bereicherung für jede Teesammlung ist! Kamairicha verbindet die Frische eines japanischen Grüntees mit den milden, warmen Noten chinesischer Tees – eine ungewöhnliche und spannende Kombination. Leider ist dieser besondere Tee heute fast in Vergessenheit geraten. Doch wer ihn einmal probiert hat, versteht, warum er mehr Aufmerksamkeit verdient.

Hast du Kamairicha schon gekostet?
Erzähl uns gerne von deinen Eindrücken – wir sind gespannt!

Tipp: Mehr zur traditionellen Röstkunst gibt es in unserer Mini-Doku-Reihe „GESICHTER HINTER DEM TEE“. Die Folge „Traditionelle Kama Teekunst“ zeigt ein Portrait von Yusuke Kadota, der in Japan ausschließlich ungedämpfte Tees produziert – ein besonderer Einblick in ursprüngliche Herstellungsweisen.

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