Im Herzen von Yiwu: Wang Bing und die Familie Lee
Ein Porträt über Wang Bing und die Familie Lee. Zwischen uralten Teegärten und präziser Handarbeit bewahren sie den Charakter des Pu Erh Tees in Yiwu.
Yiwu
Yiwu ist eine Gemeinde im Kreis Mengla und liegt am östlichen Ufer des Mekong in der Präfektur Xishuangbanna in der chinesischen Provinz Yunnan. Die Bevölkerung setzt sich zu etwa 66 Prozent aus verschiedenen ethnischen Minderheiten zusammen, während der restliche Teil Han-Chinesen sind. Schon vor über 1.000 Jahren begannen ethnische Gruppen wie die Yao und Miao damit, in den Bergen rund um Yiwu Teepflanzen anzubauen. Aus dieser Zeit stammen einige der heute noch existierenden Teegärten. Seine besondere Bedeutung in der Geschichte des Pu Erh Tees erlangte Yiwu während der Qing-Dynastie (1644–1911). In dieser Epoche wurde Pu Erh als Tributtee für den Kaiser, geschätzt. Die besten Tees wurden entlang der alten Teerouten bis nach Beijing transportiert. Yiwu, das damals unter dem Namen Mansa bekannt war, wurde als einer der sechs großen Teeberge anerkannt, die bis heute als einige der Hauptanbaugebiete für Pu Erh gelten.
Zwischen dem 17. und 18. Jahrhundert wurde Yiwu berühmt. Hunderte, ja Tausende von Menschen kamen in die Teeberge, um dort Handel mit Pu Erh zu betreiben. Im 18. Jahrhundert kam es insbesondere zu einer starken Zuwanderung von Han-Chinesen, die vom aufblühenden Handel mit Pu Erh angezogen wurden. Die Handelsnetzwerke reichten von Beijing über Hongkong bis nach Südostasien und Tibet. Bedeutende Teehäuser wie Tong Qing Hao und Song Ping Hao stammen aus dieser Zeit. Yiwu gilt als einzigartig, da es nicht nur kaiserlichen Tributtee lieferte, sondern allem voran wegen seiner gereiften Tees aus den Häusern Tong Qing Hao und Song Pin Hao. Diese zählen heute zu den ältesten Beispielen von Pu Erh und werden weltweit, insbesondere von Sammlern aus Hongkong und Taiwan, hoch geschätzt.
Im 20. Jahrhundert kam es jedoch zu einem drastischen Einschnitt. Bedingt durch den Bürgerkrieg zwischen Nationalisten und Kommunisten während der 1940er- und 1950er-Jahre sowie nach der Gründung der Volksrepublik China im Jahr 1949, wurden kleine private Produktionen nahezu gänzlich eingestellt. Während der Mao-Ära (1949–1976) wurde Tee hauptsächlich in staatlichen Betrieben produziert, wobei Yiwu vor allem einfaches Rohmaterial für staatliche Fabriken lieferte. Die Pu Erh Industrie in Yiwu war dadurch fast ein halbes Jahrhundert lang weitgehend inaktiv.
Erst in den späten 1990er-Jahren kam es zu einer Wiederbelebung. Taiwanesische Händler suchten gezielt nach den legendären Yiwu-Tees vergangener Zeiten, insbesondere nach den Produktionen von Tong Qing Hao. Doch sie fanden weder gereifte Pu Erh Tees noch neue Teefladen. Die lokale Regierung von Yiwu unterstütze die taiwanesischen Teehändler die traditionelle Herstellung von Pu Erh wieder aufzunehmen. Zwei Männer, die früher für Tong Qing Hao gearbeitet hatten, wurden dazu ausfindig gemacht. Mit ihnen begann eine Phase des Lehrens, Nachahmens und erneuten Lernens und damit der Beginn der modernen Wiederbelebung der Pu Erh Traditionen in Yiwu.
Wang Bing und die Lee Familie
Die Geschichte von Wang Bing hängt eng mit der Geschichte der Familie Lee zusammen. Die Lees stammen aus Shi Ping und gehören zur ersten Generation großer Teeproduzenten, die sich im 18. Jahrhundert im Herzen des alten Dorfes Yiwu niederließen. Seit Generationen bauen sie in Yiwu Tee an und sind Erben von Teepflanzen und einem Wissen, das von Vater zu Sohn und von Mutter zu Tochter weitergegeben wurde. Die Vorfahren der Familie erlebten zwar die erste Blütezeit von Yiwu während der Qing-Dynastie, doch wie ganz China litt auch sie unter der Kulturrevolution. In diesen schwierigen Zeiten spielte Tee eine untergeordnete Rolle, sodass die Teepflanzen ungestört frei im Wald wuchsen. Mit dem Aufkommen der starken Nachfrage aus Taiwan nach Tee aus Yiwu in den 90er-Jahren, widmete sich die Familie Lee wieder dem Tee. Sie fingen an die alten Teepflanzen, die sie unweit des alten Dorfes Yiwu besitzen, erneut zu bewirtschaften. Außerdem nutzten sie die Gelegenheit neue Gärten auf modernere Weise (Tai Di) anzulegen.
Wang Bing stammt jedoch nicht aus einer Familie von Teeproduzenten. Erst mit dem Beginn der 2000er-Jahre wandte sich Wang Bing dem Tee zu. Er ging nach Xishuangbanna, um Arbeit zu finden, und war daraufhin für zwei Jahre bei einem Teeproduzenten in der Region angestellt, der ihn eines Tages nach Yiwu schickte, um dort Loose Leaf Pu Erh zu kaufen. Mit großer Beharrlichkeit und einem ausgeprägten Gespür für Qualität begann er, sich in den Teewäldern der Region umzusehen. Oft klopfte er an Türen und fragte, ob Tee zum Verkauf stünde. Nicht selten erhielt er die Antwort, es gäbe keinen Tee oder es werde nichts verkauft. Eines schönen Morgens sah Tochter Lee den jungen Wang Bing an ihrer Tür klopfen, der sie fragte, ob sie Tee zu verkaufen habe. Sie wies ihn sofort ab. Doch genau hier zeigt sich eine seiner größten Stärken: seine Fähigkeit, das zu bekommen, was er sucht. Schließlich bekam Wang Bing nicht nur den Tee der Familie Lee, sondern durfte auch um die Hand ihrer Tochter anhalten. So zog Wang Bing nach Yiwu und ließ sich im Haus der Lees nieder. Im Haus der Familie Lee angekommen, übernimmt er das Familienunternehmen und entwickelt es weiter. Statt lediglich Loose Leaf Pu Erh im Großhandel zu verkaufen, wollte Wang Bing eigene Pu Erh Fladen pressen.
Heute ist Tee in dem kleinen Familienbetrieb, den Wang Bing führt, allgegenwärtig. Die Preise der Familie liegen etwas über denen anderer Familien aus Yiwu, was vor allem daran liegt, dass die Familie sehr kleine Mengen produziert und jeder Arbeitsschritt vollständig von Hand ausgeführt wird. Der Fokus liegt klar auf Qualität, nicht Quantität. Die Familie zieht es bewusst vor, weniger zu produzieren und dabei sowohl die Qualität des Produkts als auch die Lebensqualität der Menschen hinter dem Tee im Blick zu behalten.
Teegärten der Familie Wang Bing
Gushu-Gärten inmitten des Waldes
Das Dorf Yiwu liegt südlich des gleichnamigen Berges auf einer Höhe von 1320 m. In der Umgebung des Dorfes gibt es relativ wenige alte Bäume. Der kleine Gipfel südlich des Dorfes Yiwu ist mit 1400 m etwas höher gelegen. Der Wald ist hier von Nebel bedeckt und behütet die schönsten Gärten der Familie Lee und Wang Bing, welche zweifellos zu den besten des Dorfes zählen. Die Teegärten der Familie zeichnen sich durch eine außergewöhnliche ökologische Vielfalt aus. Die Teebäume stehen in respektvollem Abstand zueinander und sind stets eingebettet in eine üppige Vegetation. Bevor man den Hügel und die alten Gärten der Familie erreicht, führt der Weg an jüngeren Teepflanzen vorbei, die von der vorherigen Generation erst vor wenigen Jahren angelegt wurden. Nach einem längeren Aufstieg wird der Pfad von dichter Vegetation verschluckt und führt in einen schattigen Wald, in dem sich eine vollkommen andere Landschaft eröffnet. Die Teebäume wachsen hier im Schatten großer Waldbäume. Der Boden ist dort weich, feucht und von einer dicken Schicht aus Laub und Humus bedeckt. Das natürliche Gleichgewicht des Waldes reguliert Schädlinge auf ganz eigene Weise, sodass kein menschliches Eingreifen notwendig ist. Wie so oft in Yiwu kann das Alter der Teebäume leicht missverstanden werden, wenn man nur flüchtig auf ihre Stämme blickt. Viele dieser Bäume scheinen nur wenige Jahrzehnte alt zu sein. Tatsächlich wurden jedoch während der Zeit der Kulturrevolution die Teebäume stark geprägt: Bäume, die einst mehrere Meter hoch waren, wurden bis auf den Stamm zurückgeschnitten, um ein schnelleres Wachstum und eine leichtere Ernte zu ermöglichen. Während der sichtbare Teil des Baumes tatsächlich jünger ist, reichen seine Wurzeln tief in den Boden und versorgen ihn weiterhin aus ihrer alten Kraft.
Tai Di
Neben den alten Teegärten besitzen Wang Bing und die Familie Lee auch einige Tai Di-Gärten. Diese werden auf eine Art und Weise bewirtschaftet, die sich deutlich von der gängigen Plantagenpraxis unterscheidet. Der Boden ist reich und locker, bedeckt von einem dichten Teppich aus herabgefallenen Blättern. Zwischen den Teepflanzen wachsen verschiedenste Baum- und Pflanzenarten, die zur Stabilität des Ökosystems beitragen. Die Großeltern errichteten neben dem Garten zahlreiche Bienenstöcke, die heute zwischen den Teepflanzen summen und während der Tee-Blüte einen aromatischen Honig hervorbringen.
Zi Juan
In der Landschaft und den Teegärten der Familie Wang Bing fallen vereinzelt auch violette Teeblätter im satten Grün auf. Diese violetten Teeblätter gehören zur Sorte Zi Juan (紫娟), einem jungen, violetten Teekultivar, das 2006 auf dem Höhepunkt des Pu Erh Booms der 2000er-Jahre gepflanzt wurde. Zi Juan ist besonders reich an Flavonoiden und Anthocyanen. Das Kultivar wurde bereits 1986 vom Yunnan Tea Research Institute isoliert, begann jedoch erst in den 2000er-Jahren in Teegärten aufzutauchen und ist bis heute nur selten auf dem Markt zu finden. Am Baum sind die Blätter violett, nach der Verarbeitung zu Loose Leaf Pu Erh erscheinen sie nahezu schwarz, um sich beim Aufguss grün zu entfalten und eine dichte, tief gefärbte und äußerst aromatische Tasse zu ergeben. Aufgrund ihrer Beliebtheit wurden zeitweise Stecklinge solcher Pflanzen geschnitten, um ganze Gärten mit violettem Tee anzulegen. Im Jahr 2006 pflanzte Wang Bing erste Zi Juan-Pflanzen gezielt in dem Teegarten seiner Familie. Die erste Ernte erfolgte rund drei Jahre später, als die jungen Teepflanzen ausreichend entwickelt waren. Die ausdrucksstärksten violetten Tees stammen jedoch zweifellos von deutlich älteren Teebäumen, deren violette Färbung auf natürliche Mutationen zurückgeht. Solche Tees finden sich insbesondere in der Region Yiwu und sind extrem selten. Um einen Zi Yo Cha von dieser Qualität herzustellen, muss Wang Bing über Wochen hinweg mit zahlreichen Familien aus verschiedenen Dörfern in Yiwu zusammenzuarbeiten. Jede einzelne Lieferung besteht meist nur aus winzigen Mengen Loose Leaf Pu Erh, die anschließend sorgfältig verkostet, selektiert und aufeinander abgestimmt werden müssen.
Warum sind die Pu Erh Produktionen von Wang Bing und der Familie Lee so besonders?
Die außergewöhnliche Qualität ihrer Tees beruht auf einem kompromisslosen handwerklichen Anspruch, der weit über die günstige der Lage und das Alter der Bäume hinausgeht. Die Ernte wird hier als ganzheitliche Pflege verstanden: Während die Großeltern erfahrene Blicke auf jeden Ast werfen, sichern sie durch die selektive Pflückung der Blätter gleichzeitig die Vitalität der Bäume. Dieser Respekt vor der Teepflanze und den Teebäumen setzt sich in einer technisch perfektionierten Verarbeitung fort. Um unerwünschte Raucharomen zu vermeiden, wurde die Feuerstelle für das Sha Qing ins Freie verlegt und mit Schornsteinen ausgestattet. Eine Maßnahme, die die sensiblen, feuchten Blätter vor geschmacklichen Verfälschungen schützt. Während des gesamten Prozesses überwacht die Familie jedes Detail, von der präzisen Temperaturführung bis hin zum kontrollierten Trocknen im Gewächshaus unter der Sonne. Den entscheidenden Unterschied macht jedoch die radikale Selektion des Loose Leaf Pu Erh. Statt den losen Tee lediglich oberflächlich zu sichten, verfolgt Frau Lee eine weitaus aufwendigere Methode. Jedes einzelne Blatt wird von Hand begutachtet und individuell bewertet. Dieser immense Zeitaufwand garantiert ein beeindruckendes Geschmacksbild und macht den fertigen Teefladen zu einem Resultat aus langjähriger Erfahrung und Geduld.
Unsere Produktionen der Familie Lee und Wang Bing
2016 Yiwu Wang Bing Gushu CANG
Dieser Sheng Pu Erh aus Yiwu wurde 2016 von der Familie Lee und Wang Bing aus ihren 300 bis 500 Jahre alten Gushu hergestellt. Dazu wurde Blattmaterial aus 3 verschiedenen Gärten gepflückt. Ein außergewöhnlicher Tee, der sein Terroir wunderbar zum Ausdruck bringt und gleichzeitig ein sehr gutes Beispiel für einen reifenden Tee ist, der sich auf dem richtigen Weg befindet. Der erste Duft des leeren Gong Dao Bei hinterlässt Spuren, die süß und klebrig sind. Der Schluck aus der Tasse ist komplex – kräuterig, holzig, süß wie Rosinen und Datteln. Es entsteht ein prickelndes Gefühl, das an Gewürze und Zitrusfrüchte erinnert. Die mineralreiche Textur, wirkt fast so, als könnte man die Tannine wie kleine Körner im Mund herumwirbeln. Seine unterschwellige Bitterkeit, harmoniert hier wunderbar mit der Yiwu-Süße. Ein Tee mit großer Ausdauer, der einen während der gesamten Session in eine positive Stimmung versetzt. Wir sind gespannt darauf wie sich dieser Tee in den kommenden Jahren weiter entwickeln wird. Bereits 9 Jahre nach seiner Produktion begeistert uns dieser Tee mit seinem ausdrucksstarken Charakter.
2016 Yiwu Wang Bing Gushu
Der Tee besteht aus dem Blattgut eines einzelnen Gartens, während es sich beim 2016 Yiwu Wang Bing CANG Gushu um eine Cuvée aus drei verschiedenen Gärten handelt. In beiden Fällen handelt es sich jedoch um Gushu, die 300-500 Jahre alt sind. Der erste Schluck dieses Gushu erinnert an Aprikose, Vanille, helles Holz, Getreide und Früchte in Alkohol. Es gibt eine gewisse alkoholische Bitterkeit, die sehr klar und direkt ist. Der Körper des Tees ist weich und dickflüssig, während die Textur nicht zu schwer, sondern angenehm leicht ist. Man findet auch eine deutliche Heunote, zusammen mit etwas Blütenhonig, der durch einen Nachgeschmack von getrockneten Aprikosen weiterhin ergänzt wird. Das Gesamtprofil dieses Tees ist sehr pur. Der Nachgeschmack hält noch lange nach dem Schlucken an. Beim Riechen an den feuchten Blättern ist sogar ein Hauch von Zuckerrohr zu erkennen. Das Hui Gan entfaltet sich eher langsam, baut sich aber mit jedem Aufguss weiter auf und verstärkt so das Gefühl im hinteren Teil des Rachens. Es dauert einen Moment bis sich der Charakter dieses Tees vollständig zeigt, aber eure Geduld und Konzentration werden mit einem wunderbaren Gushu belohnt, der nuanciert, elegant, komplex und mineralisch ist. Er wärmt den Bauch und hinterlässt ein Gefühl von Kraft und Energie. Dieser Tee lässt sich sehr gut mit dem 2016 Wang Bing Gushu CANG vergleichen.
2018 Yiwu Wang Bing Zi Yo Cha (Purple Tree)
Der 2018 Wang Bing Zi Yo Cha Sheng wurde aus Blättern mehrerer Erntejahrgänge gepresst, da violette Teeblätter von alten Bäumen nicht nur selten, sondern auch sehr gering in ihrer Anzahl sind. Aromatisch zeigt sich der Tee fruchtig, sanft und komplex. Schon der Duft der Blätter fühlt sich erwärmend an und erinnert an Apfel, Vanille und Honig, ergänzt durch gekochte Beeren, insbesondere Himbeeren, sowie Anklänge von Vanilleporridge. Auf der Zunge ist der Tee leicht und schwebend, mit angenehm mittelkräftiger Textur. Eine fruchtige Astringenz, Zitrusnoten und ein mineralisches Kribbeln sorgen für ein erfrischendes Mundgefühl. Bitterkeit sucht man hier vergebens, stattdessen baut sich eine anhaltende Süße auf, die sich von kühl und belebend zu einem sirupartigen, saftig-beerigen Nachhall mit feinkörniger Textur entwickelt. Diese Süße wird umso intensiver, je mehr Zeit man sich zwischen den Schlucken lässt. Dieser Zi Yo Cha bietet einen interessanten Einblick für erfahrenere Teetrinker:innen, welchen Einfluss eine solche Mutation bzw. ein erhöhter Anthocyangehalt auf einen Tee haben kann. Zugleich ist diese Produktion der Familie Lee und Wang Bing hervorragend für den Einstieg in die Welt des Sheng Cha geeignet. Mit seiner zurückhaltenden Bitterkeit, seinen komplexen Aromen und der angenehmen Süße überzeugt er auch Anfänger:innen.
2018 Yiwu Wang Bing Lao Shen Tai (Big Tree)
Dieser Sheng stammt von Lao Shen Tai (Big Trees), die circa 50 Jahre alt sind und auf traditionelle Weise beschnitten wurden. Sie erreichen oftmals eine Höhe von etwa zwei Metern und sind ähnlich ertragreich wie Gushu. Das Ergebnis ist ein hochwertiger und komplexer Tee mit ausgeprägten Tanninen. Der 2018 Yiwu Wang Bing Big Tree hat eine bemerkenswerte Balance aus reichhaltiger Süße und einer angenehmen mineralischen Struktur. Der Tee erscheint in einem klarem gold, während der leere Cha Hai mit einem intensiven Bouquet von Parfüm und einer fast alkoholischen Kopfnote überrascht. Der erste Eindruck ist geprägt von einer schönen Präsenz. Der Tee liegt schwer und beinahe klebrig auf der Zunge, begleitet von einem Gefühl, das an feste Zuckerkristalle in Rapshonig erinnert. Trotz einer mittleren Bitterkeit und Adstringenz wirkt das Mundgefühl voll und erreicht jeden Winkel des Gaumens. Auf aromatischer Ebene tauchen Assoziationen von schwarzen Johannisbeeren, Aprikosen und Mango-Fruchtleder auf. Das aufgegossene Blattgut hat eine lebendige Zitrusnote, welche von einem süßlich-floralen Duft begleitet wird. Was mineralisch und schwer beginnt, wandelt sich im Verlauf der Aufgüsse zu einer seidigen Textur. Die Fruchtnoten transformieren von frischer Säure hin zu einer tiefen, karamelligen Süße von frischen Medjool-Datteln und Zitrussaft. Ein ausgeprägtes Hui Gan stellt sich bereits nach dem zweiten Aufguss ein. Gegen Ende der Session zeigen sich subtile Getreidenoten, die dem Tee einen geerdeten Abgang verleihen.
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