Gelagerte taiwanesische Oolongs und die richtige Aufbewahrung
In der Welt des taiwanesischen Tees gibt es ein verstecktes Juwel, das oft unbemerkt bleibt: gelagerter Oolong-Tee. In Taiwan besteht die Tradition Oolong zu lagern, ebenso lange wie die Produktion dieser semifermentierten Tees selbst. Allerdings hat sich diese Praxis im Westen nicht so durchgesetzt wie das Reifen und Lagern von Pu-Erh Tee. Gelagerter Oolong gewinnt jedoch immer mehr Anerkennung für seine tiefen, komplexen Aromen und seine Fähigkeit, die Essenz einer vergangenen Ära zu bewahren.
Was ist gelagerter Oolong?
Oolong wird als gelagert bzw. "aged" bezeichnet, wenn er mindestens drei Jahre nach seiner initialen Fertigstellung aufbewahrt wurde, wobei ein Zeitraum von 10-20 Jahren als goldene Mitte gilt. Die Dauer der Lagerung kennt unter guten Bedingungen jedoch wenig Grenzen - so gibt es auch heutzutage noch einige wenige Exemplare, welche aus den 1950er- oder 1960er-Jahren stammen. Gelagerter Oolong-Tee ist dadurch gekennzeichnet, dass sich im Laufe der Zeit nicht nur die Farbe der Teeblätter, sondern auch die des Aufgusses verändert und sich das Aromaprofil des Tees wandelt.
Wie schmeckt gelagerter Oolong?
Gelagerte Oolongs zeichnen sich durch eine bemerkenswerte Süße, ein weiches, mineralisches Mundgefühl und eine komplexe Aromatik aus. Sie sind frei von erdigen oder fermentierten Noten wie sie bei gereiftem Pu-Erh auftreten können. Im Allgemeinen werden hellere Oolongs tendenziell fruchtiger und können an Pflaumen erinnern, während dunklere Oolongs eher in eine schokoladige Richtung gehen mit Noten von Kräutermedizin. Einige Teeliebhaber sprechen auch davon, dass ein Oolong durch das Reifen mehr Tiefe und Vielschichtigkeit erlangt.
Welche Oolongs eignen sich für die Lagerung?
Damit Oolong gelagert werden kann, müssen die Teeblätter immer geröstet werden, um den Feuchtigkeitsgehalt des Tees zu reduzieren. Anschließend können die Tees dann über Jahre hinweg aufbewahrt werden. Eine hohe Qualität des Ausgangstees ist entscheidend für das Lagerungspotenzial. Besonders geeignet sind Oolong-Tees, welche stärker geröstet und/oder oxidiert sind. Leichte, grüne Oolongs sind weniger einfach zu lagern und werden daher meist möglichst frisch getrunken. Zu stark geröstete Oolongs sind ebenfalls nicht ideal, da die Röstaromen andere Nuancen überdecken können.
Wie kann ich Oolong Zuhause lagern?
In trockenen Klimazonen, wie sie in vielen westlichen Ländern vorherrschen, lässt sich Oolong ohne großen Aufwand Zuhause lagern. Der größte Feind eines reifenden Oolongs ist Feuchtigkeit: Nimmt der Tee zu viel davon auf, kann er eine bittere oder saure Note entwickeln.
Wichtig ist daher die Aufbewahrung in einem luftdichten Behälter, idealerweise aus Keramik oder Metall. Glasgefäße bieten keinen ausreichenden Schutz vor Licht und sind daher ungeeignet. Es empfiehlt sich zudem, den Behälter möglichst bis zum oberen Rand mit Tee zu füllen, um den Sauerstoffgehalt zu minimieren.
Wird der Behälter regelmäßig geöffnet, gelangt Luft und Feuchtigkeit an den Tee, was seine Qualität mit der Zeit beeinträchtigen kann. Daher ist es ratsam, den Tee möglichst ungestört reifen zu lassen, um ein optimales Ergebnis zu erzielen.
Ein regelmäßiges Nachrösten ist nicht notwendig. In Taiwan wird dies eher als Korrekturmaßnahme eingesetzt, falls der Tee aufgrund des (sub)tropischen Klimas zu viel Feuchtigkeit aufgenommen hat.
Unsere Empfehlung zum Ausprobieren und selbst lagern:
Für die Reifung eines Oolong-Tees über mehrere Jahre empfiehlt sich eine Mindestmenge von etwa 300 bis 500 Gramm. Kleinere Mengen, insbesondere unter 200 Gramm, neigen dazu, ungleichmäßig zu altern. Mit einer etwas größeren Menge hat man außerdem die Möglichkeit, den Tee über die Jahre hinweg immer wieder zu verkosten, ohne den Vorrat zu schnell aufzubrauchen. So lässt sich die geschmackliche Entwicklung des Tees gut nachvollziehen und dokumentieren.
Diese Tees haben unserer Meinung nach ein gutes Lagerungspotential und eignen sich wunderbar für einen ersten Versuch.
- Pinglin Jin Xuan Roasted Pearls
- Mingjian Traditional Jade Oolong Tanbei
- Mingjian Si Ji Chun Tanbei
- Muzha Tie Guan Yin Light
Entdecke die Vielfalt aus Taiwan
Hier könnt ihr sehen wie Olli einen gelagerten Dong Ding Oolong Qingxin Gui Fei von 2005 trinkt und von den Besonderheiten dieser gelagerten Tees spricht.
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Mengen erhältlich
Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen
Die trockenen, geöffneten Blätter erinnern an geröstetes Brot und Karamell. Im vorgewärmten Gaiwan zeigen die Teeblätter Noten von Holzkohle und Kakao, mit einem feinen Hinweis auf Sauerteigbrotkruste. Nach dem Aufguss vertiefen sich diese Assoziationen: dunkler Kakao, fruchtiger Alkohol und eine herzhafte Süße treten hervor, getragen von nussigen Tönen. Der leere Gaiwan bewahrt Eindrücke von Karamell, verwoben mit Kakao und Holzkohle. Die Textur dieses Oolongs ist sehr ölig, viskos und dicht. Im Geschmack besitzt dieser Tee eine ausgewogenen Süße. Er bietet brotige Noten, Kakao, Nüsse und sogar feine Anklänge von Kaffeelikör. Mit jedem Aufguss baut sich allmählich eine interessante Mineralität auf, die den Speichelfluss anregt. Der Abgang ist süß, röstig und tief mineralisch. Dieser Tee wurde stärker geröstet als moderne Produktionen, was ihm unserer Meinung nach ein schönes Reifepotenzial verleiht.Herkunft und Besonderheit des Mingjian Fancy Oolong Old StyleDieser Oolong stammt von Meister Atong Chen aus Mingjian, nahe der Stadt Nantou im zentralen westlichen Teil Taiwans (=Formosa). Das grobe dunkle Blatt wurde nicht zu Kugeln gerollt, sondern offen verarbeitet. Es ist ein sehr tradtionelles Herstellungsverfahren. Das verwendete Teecultivar ist Jade Oolong (=Cui Yu).
Inhalt: 50 g (299,00 € / 1 kg)
Mengen erhältlich
Ein Hochland-Oolong, den Meister Atong nach der traditionellen Methode über Holzkohle geröstet hat (Tanbei). Diese Spezialität wurde nur dezent geröstet und in Kombination mit der Lagerung ergibt sich ein harmonisches Zusammenspiel aus zartnussigen und fruchtigen Noten. Der Tee breitet sich im kompletten Mundraum aus und hinterlässt einen feinwürzigen Nachhall. Auch für weitere Lagerung ideal.Herkunft und Besonderheit des Lala Shan Jin Xuan Tanbei Die Büsche welche für diesen Tee im Frühjahr 2013 beerntet wurden, wachsen im berühmten Lala Shan Gebirge auf ca. 1700 - 1800m Höhe im Norden Taiwans. Der Tee stammt aus dem ehemals verwilderten Garten von Herrn Zheng der nach historischer und naturbelassener Anbauweise arbeitet. Dieser besondere Garten verzichtet gänzlich auf jegliche Pflanzenschutzmittel und verwendet auch keine synthetischen Dünger. Tee wird hier auf traditionelle Weise geerntet, gewelkt, sorgfältig oxidiert und schonend geröstet. Jin Xuan bedeutet „goldene Taglilie“ und ist der Name des hier verwendeten Teekultivars welcher original aus Taiwan stammt. Um diesen besonderen Jahrgangstee zu würdigen empfehlen wir ausreichend Zeit und Muße, denn man wünscht sich kein Ende der vielen Aufgüsse herbei. Wir sind begeistert. Dieser lang eingelagerte Tee benötigt Zeit um sich entfalten zu können, d.h. Geduld um sich einzutrinken, besonders heißes Wasser, lange Ziehzeiten und eine leicht abgekühlte Trinktemparatur erleichtern den Genuss.
Inhalt: 50 g (900,00 € / 1 kg)
Mengen erhältlich
Das dunkle, locker gekugelte Blatt verströmt einen zarten Duft von feinem Kakao. Auf der Zunge entfaltet er sich vollmundig, rund und warm mit einer betörenden Süße, die an gelbes Steinobst erinnert, ähnlich Aprikosenkompott mit einem Hauch von Gewürzen und Kräutern. Der klare Aufguss erstrahlt in einem dunklen Bernstein und verströmt leichte Aromen von Banane und Aprikose. Trotz der starken Oxidation, ist der Tee unheimlich weich und weist keinerlei Bitternoten auf. Dieser Tee ist kraftvoll und reichhaltig. Er vereint den Charakter eines schwarzen Spitzentees mit dem Bouquet, der Feinheit und der Vielschichtigkeit eines Hochland-Oolongs.Herkunft und Besonderheit des Shan Lin Xi Qingxin Black OolongDie Taiwanesische Neu-Erfindung des Black Oolong (auch Black Wulong, Hong Oolong) ist eine grandiose Fusion aus Oolong und Schwarztee. Hier handelt es sich um einen großartigen dunkel oxidierten Hochlandtee (Gao Shan) aus den Blättern des Qingxin Kultivars, welches normalerweise zur Produktion von hellem Oolong verwendet wird. Dieser Tee ist besonders ausdauernd und ergiebig. Er eignet sich ideal für die Zubereitung im chinesischen Gong Fu Stil, ist aber auch im westlichen Stil aufgegossen ein absoluter Hochgenuss. Einer unserer großen Favoriten, der nur in kleiner, begrenzter Menge verfügbar ist. Der Tee stammt von einem kleinen Familienbetrieb aus Shan Lin Xi, einer Bergregion im Kreis Nantou, nahe Dong Ding, im Herzen Taiwans. Das Teeanbaugebiet ersteckt sich auf ungefähr 1600 -1900 m Höhe. Qingxin (青心), das „grüne Herz“ Taiwans, gilt als klassisches Kultivar der Hochgebirgs-Oolongs. Es ist besonders kälteresistent und bringt in hohen Lagen Tees hervor, die Höhe, Klima und Boden klar widerspiegeln – mit feinen Blütennoten, dezenter Frucht, natürlicher Süße und cremiger Textur. Dieser Tee stammt vom französischen Tee-Experten Olivier Schneider, der seit 2006 in Asien lebt und die Teekultur intensiv erforscht. Nach zehn Jahren in Yunnan lebt er derzeit in Thailand, wo er einen eigenen Teegarten betreibt und sein Wissen weiter vertieft.
Inhalt: 50 g (598,00 € / 1 kg)
Mengen erhältlich
Der Alishan Qingxin Dong Pian entfaltet beim Aufguss ein hochkomplexes Aromenspiel, das Eleganz und Reife meisterhaft verbindet. Die typischen floralen Noten des Qingxin-Kultivars sind präsent, treten jedoch sanft zurück und lassen Kräuter, feine Würze und die herbe Süße gelber Steinfrüchte in den Vordergrund treten. Die trockenen Blätter verströmen einen intensiv fruchtigen und süßen Duft, der fast an saure Apfelringe erinnert. Der Geschmack erinnert an Butterbirnen, ergänzt durch eine Reihe wärmender Gewürze. Zarte Röstanklänge und subtile Tannine verleihen zusätzliche Tiefe und Struktur, während das cremig-weiche Mundgefühl den gesamten Mundraum auskleidet. Über viele Aufgüsse hinweg bleibt der Tee nuancenreich, harmonisch und von bemerkenswerter Ergiebigkeit. Ein wunderbar gereifter Oolong von Meister Atong Chen und eines der Highlights des Jahres. Für ein optimales Geschmackserlebnis dieses einzigartigen Tees empfehlen wir, sich genügend Zeit zu nehmen und in einer ruhigen Umgebung zu genießen, um seine sensorischen Qualitäten vollständig zu erfassen. Herkunft und Besonderheit des Bio Alishan Qingxin Dong Pian Alishan(阿里山 ) ist eine der berühmtesten Tee-Anbauregionen, bekannt für ihre große Höhe (oft 1000-1600 Meter+), kühles, nebliges Klima und unberührte Umwelt. Diese Bedingungen lassen die Teepflanzen langsamer wachsen, was die Entwicklung komplexerer Aminosäuren und aromatischer Verbindungen begünstigt. Qingxin (青心), das „grüne Herz“ Taiwans, gilt als klassisches Kultivar der Hochgebirgs-Oolongs. Es ist besonders kälteresistent und bringt in hohen Lagen Tees hervor, die Höhe, Klima und Boden klar widerspiegeln – mit feinen Blütennoten, dezenter Frucht, natürlicher Süße und cremiger Textur. Dong Pian (冬片) bezeichnet eine seltene, späte Ernte von Oolong-Tee in Taiwan, die nach der regulären Winterernte erfolgt. Aufgrund milder Temperaturen treiben die Teepflanzen erneut aus. Der Tee zeichnet sich durch besondere Süße und ein weiches Aroma aus.
Inhalt: 50 g (998,00 € / 1 kg)