Darjeeling im Wandel der Jahreszeiten: Flugtee, first und second flush Darjeeling
Darjeeling Tee wird oft als der „Champagne of Teas“ bezeichnet, wobei seine saisonale Vielfalt einen wesentlichen Teil seiner Magie ausmacht. Milde Winter, regenstarke Sommermonate und die intensive Sonneneinstrahlung an den Steilhängen in den außergewöhnlichen Höhenlagen bilden das ideale Klima, das Darjeeling sein ganz besonderes Aroma verleiht. Im Gegensatz zu den massenproduzierten Tees aus den tropischen Tiefebenen, die das ganze Jahr über geerntet werden, bilden sich in den kühleren Hochlagen deutliche Qualitätsperioden heraus. In der Region unterscheidet man drei Hauptpflückperioden, die sich geschmacklich deutlich voneinander abheben: den First Flush (Frühlingsernte, März/April), den Second Flush (Sommerernte, Mai bis Juli) und den Autumnal Flush (Herbsternte, September/Oktober). Während des kühlen Winters ruhen die Teebüsche und regenerieren sich, bevor der Zyklus der Ernteperioden, allen voran First und Second Flush, erneut beginnt.
FlugteeWenn der Winter weicht und die ersten zarten Triebe in den Hochlagen von Darjeeling, Nepal und dem Kangra Valley sprießen, beginnt für Teegenießer eine besondere Zeit. Während Tee üblicherweise zeitintensiv per Schiff transportiert wird, ist beim Flugtee die Zeit ein entscheidender Qualitätsfaktor. Um das unvergleichlich spritzige Aroma des First Flush in seiner reinsten Form zu bewahren, wird der Tee unmittelbar nach der Ernte per Luftfracht versendet. So vergehen oft nur wenige Tage, bis die Ware bei uns eintrifft – frischer geht's nicht. Die besondere Qualität von Flugtees erklärt sich auch durch das Klima. Am Tag ist es bereits warm, nachts aber noch kühl genug, um das Wachstum der Pflanze zu verlangsamen. Dadurch konzentrieren sich die Aromen stärker in den Blättern. Zudem hat die Pflanze über den Winter viele Nährstoffe gespeichert, die sich nun in den frischen Trieben sammeln und zum einzigartigen Geschmackserlebnis beitragen. Ein entscheidendes Qualitätsmerkmal von Flugtees ist unter anderem das feine Pflückschema "two leaves and a bud", welches durch die ungeöffneten Knospen erkennbar ist, die als markante weiße Tips im trockenen Blattgut hervorstechen. Im Vergleich zu den kräftigeren Second Flushs oder Autumnals zeichnen sich Flugtees dadurch aus, dass sie generell deutlich kürzer oxidiert werden, um ihren spritzigen Charakter besonders gut hervorzuheben. Flugtee aus Darjeeling schmeckt dadurch blumig, frisch, süß und bringt eine angenehme Leichtigkeit mit sich. Aufgrund seiner leuchtenden, goldgelben Tassenfarbe wird er auch als „flüssiges Gold“ bezeichnet.
Die Idee First Flush Darjeeling per Flugzeug zu versenden, entstand bereits in den 1960er Jahren. Nach der Produktionspause über den Winter war die Sehnsucht nach frischem Darjeeling so groß, dass man begann, die ersten Kisten einzufliegen. Was als Exklusivität für Darjeeling begann, ist heute auch für andere Teesorten üblich. Da das Angebot begrenzt ist und die Nachfrage jährlich wächst, empfehlen wir, mit der Entscheidung für diese wunderbaren Tees nicht zu lange zu warten. Flugtee sollte außerdem aufgrund seiner Frische und geringen Oxidation am besten innerhalb der ersten 12 Monate genossen werden.
Übrigens markiert die Bezeichnung DJ1 die erste Invoice des Jahres, wobei an einem Tag durchaus mehrere Invoices produziert werden können. Obwohl es sich um die erste Pflückung handelt, stellt die DJ1-Partie nicht zwangsläufig die beste Qualität eines Gartens dar. Die Mehrheit der wirklich besonderen Tees entsteht in der ersten bis zweiten Produktionswoche. Dabei werden in der Regel nur die hochwertigsten Qualitäten eines Gartens als exklusiver Flugtee versandt, sodass nicht jeder Darjeeling, der in diesem frühen Zeitraum gepflückt und verarbeitet wurde, automatisch den Weg über die Luft antritt.
Um das feine Aroma optimal zur Geltung zu bringen, empfehlen wir euch folgende Zubereitungsmethode:
Menge: 1 g Tee auf 100 ml Wasser (z. B. 4 g für eine 400-ml-Kanne) / Ziehzeit: Etwa 2 Minuten.
Tipp: Ein zweiter Aufguss ist bei diesen Qualitäten sehr gut möglich.
Unsere Flugtees überzeugen mit lebendiger Frische und eleganter Leichtigkeit. In unserer großen Auswahl findet ihr handverlesene Klassiker und Raritäten. Ein saisonaler Genuss für alle, die den Frühling in der Tasse feiern wollen.
Was unterscheidet Flugtee von First Flush Darjeeling?
Flugtees sind grundsätzlich immer ein First Flush, aber nicht jeder First Flush ist automatisch ein Flugtee. Während der Begriff ‚First Flush‘ lediglich den Erntezeitpunkt im Frühjahr beschreibt, definiert ‚Flugtee‘ die exklusive Versandart. Nur die Chargen, die unmittelbar nach der Produktion per Flugzeug exportiert werden, um die maximale Frische ohne Zeitverlust zu garantieren, dürfen diese Bezeichnung tragen. Die restliche Ernte der ersten Periode wird regulär auf dem Seeweg transportiert.
First Flush Darjeeling
Der First Flush beginnt etwa Anfang März und dauert nur einige Wochen an. Die jungen, kraftvollen Blätter liefern einen hellen, blumig-frischen Tee. In dieser Phase kommt es lediglich zu etwa acht bis zwölf Pflückungen. Nach der Winterruhe produzieren die zarten Blattknospen eine Fülle an ätherischen Ölen. Aus den obersten zwei Blättern und der Knospe entsteht durch sorgfältige Verarbeitung dieser hocharomatische Premiumtee. Während zu Beginn der Periode die höchste Qualität produziert wird, lässt der Geschmack gegen Ende nach; diese Ernten werden oft für preisgünstigere Mischungen (Blends) verwendet. Grundsätzlich gilt, je höher ein Teegarten liegt (in Darjeeling bis zu 2.000 Meter), desto besser ist die Qualität der produzierten Tees bzw. des Blattgutes.
Nach dem ersten Pflücken benötigen die Pflanzen etwa 10 bis 14 Tage bis neue Triebe herangewachsen sind. Während der gesamten First-Flush Saison bis Mai kann also mehrfach geerntet werden, wobei Wetter und Umgebung die Häufigkeit beeinflussen. First Flush Darjeeling ist semi-oxidiert und mild fermentiert, was den Tee im trockenen und aufgebrühten Zustand einem grünen Tee ähneln lässt. Die Blätter sind überwiegend grün mit silbernen Spitzen und ein charakteristisches Merkmal für einen First Flush. Pflückungen aus der dritten oder vierten Woche werden dahingegen meist etwas länger oxidiert, was sie robuster macht und ihre Haltbarkeit für den Seeweg oder eine längere Lagerung verbessert.
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Second Flush Darjeeling
Ab Juni/Juli folgt die Sommerernte, der Second Flush. Zu dieser Zeit haben die Teesträucher mehr Sonne getankt, die Blätter sind ausgereifter und enthalten entsprechend mehr Geschmacks- und Bitterstoffe. Das Ergebnis ist ein kräftigerer, nussigerer und würzigerer Tee. Während der First Flush eine helle, florale Tasse mit lebendiger Klarheit bietet, liefert der Second Flush einen tieferen, bernsteinfarbenen Aufguss mit den geschätzten „Muscatel“-Noten und einer weintraubenartigen Süße. Ihr kräftigeres Aroma verdanken Second Flush Tees der deutlich längeren Oxidation, was sie insgesamt auch länger haltbar macht. Ob man die Frühlings- oder Sommerernte bevorzugt, ist Geschmackssache, wobei in Deutschland die Nachfrage nach First Flush überwiegt. Wichtig zu beachten ist die Haltbarkeit. Einen First Flush verbraucht man besser zeitnah, während man sich bei einem Second Flush weniger beeilen muss.
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Autumnal Darjeeling
Die letzte Ernte des Jahres, die nach dem Monsunregen im Oktober beginnt und Anfang November endet, bezeichnet man als Autumnal oder Herbsttee. Diese Tees besitzen einen lieblichen, sanften Geschmack mit einem Aroma, das an First Flush erinnert, jedoch bei niedrigerem Gerbsäuregehalt. Zwar sinkt die Erntemenge im Herbst auf bis zu ein Viertel, doch die Qualität steigt an. Autumnal Darjeelings haben den schwersten Körper aller Flushes, behalten aber einen Hauch des Muscatel-Aromas bei und sind oft etwas preiswerter als die Sommerernten.
So wird Darjeeling produziert
Die Ernte der kostbaren Teeblätter ist eine hohe Kunst, die von erfahrenen Pflückerinnen und Pflückern ausgeübt wird. Mit Körben auf dem Rücken wird ausnahmslos „Fine Plucking“ (Two leaves and a bud) von Hand praktiziert. Zweimal täglich wird die Ernte in der Fabrik gewogen und das Gewicht dokumentiert.
Die Verarbeitung beginnt sofort mit dem Welken, um den Blättern Feuchtigkeit zu entziehen und sie geschmeidig zu machen. Dies geschieht in Holzkästen unter permanenter Belüftung. Danach erfolgt das Rollen, wodurch die Zellen aufgebrochen werden und der Blattsaft mit Sauerstoff reagieren kann. Die heikelste Phase ist die Oxidation, bei der sich die Blätter braunrot färben. Dauer und Intensität hängen von der Witterung und der Erfahrung des Teemanagers ab. Gestoppt wird dieser Prozess durch das Trocknen in kohlebetriebenen Maschinen, was den Tee haltbar macht. Abschließend wird der Tee nach Blattgraden sortiert und verpackt.
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