Fotobericht Teereise China 2017 - Teil 2

Teil 2 –  Auf den Spuren des Gushu in den historischen Teewäldern von He Kai, Ban Pen und Lao Ban Zhang im Bulanggebirge.

 

Heute geht es für uns gleich zu Beginn der Reise zu einem absoluten Highlight. Unser Ziel ist der Teegarten von Lao Ban Zhang. Von diesem Garten hat Yu in den letzten Jahren absolute Top Pu Erh Tees produziert.

Bevor wir so richtig in unser Pu Erh Abenteuer einsteigen, möchten wir gerne noch einen kleinen, fachlichen Pu-Erh-Pflanzen-Abstecher machen. Bei den Teepflanzen unterscheidet man in vier Kategorien.

1. Aus Stecklingen gezogene Plantagenpflanzen (Taidi Cha)

2. Kultivierte Pflanzen, die sowohl aus Stecklingen oder Samen stammen können

3. Übergangspflanzen, ursprünglich kultivierte Pflanzen die verwildern

4. Genetisch wilder, alter Baum aus Samen gewachsen (Gushu)

Die Taidi Cha Büsche zeichnen sich durch frühe Verzweigung (kurzer Stamm) aus und bringen in kürzerer Zeit größere Erträge, aber sind in der Regel qualitativ nicht so hochwertig. Unser Hauptaugenmerk auf dieser Reise sind eindeutig die Gärten mit alten Gushu Bäumen, denn von diesen Pflanzen werden die besten Qualitäten produziert.

Für Yu spielen noch einige andere wichtige Aspekte eine große Rolle. Die Gärten sollen in einer intakten natürlichen Umgebung sein. Die Bäume dürfen weder gedüngt noch gespritzt werden, nur eine Auflockerung des Bodens zur Unkauteindämmung und Verbesserung der Bodenqualität sind für ihn der richtige Weg.

Auf unserem Weg in die Bulangberge halten wir das erste mal beim Garten von He Kai und bestaunen erste alte Gushu Teebäume. Wir probieren ein paar Teeblätter und sind begeistert vom Ausblick über den wilden Teegarten.

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Ein alter Gushu Teebaum im Garten He Kai.

 

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Der hoch geschätzte Pu Erh Experte Jinsong Yu aus Taiwan ist vorort unser Teemeister und Reiseführer. Lest einen Artikel über Yu in der Neuen Züricher Zeitung.

 

2-Teil-3-von-54Two leaves and a bud vom Gushubaum.

 

2-Teil-4-von-54Jede Menge Teesamen im Baum.

 

2-Teil-5-von-54Die alten Gushu Teebäume sind sehr wertvoll und werden von den Besitzern markiert und numeriert.

 

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Schöner alter Gushu Teebaum in He Kai.

 

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Yu erklärt uns woran man First Flush und Second Flush Triebe unterscheiden kann und ...

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... Menglin übersetzt geduldig das "Fachchinesisch" ins Deutsche mit einem sympathischen, schweizer Akzent. 

 

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Die geheimnisvollen Teebäume bilden eine Lebensgrundlage für zauberhafte Orchideen, ...

 

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... Moose und Flechten.

 

2-Teil-11-von-54 Teepflückerin bei der Arbeit in He Kai.

 

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Hier sieht man deutlich die umgegrabene, gewendete Erde. Das ist das Maximum was die Teebauern hier in den chemiefreien Gushuwäldern an Gartenpflege leisten. Alles 100% im Einklang mit der Natur.

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 Wir (Olli und Geli vom TKK) sind total happy hier in den tropischen Teewäldern. Hinter uns natürlich ein uriger Gushubaum. 

 

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 Mopeds sind hier das hauptsächliche Fortbewegungsmittel und ganze Familien werden zusammen darauf transportiert.

 

Es geht weiter nach Ban Pen, dieses Dorf ist sehr berühmt für seine Topqualitäten und zusammen mit unserer Gruppe und Yu machen wir einen Stop bei einem befreundeten Teebauern, der gerade Mao Cha produziert. Wir sehen wie der Tee sortiert wird in Mao Cha (Sheng Pu Erh, der noch nicht gepresst ist) und Huan Pian (gelbe Blätter, aussortierte B-Qualität).

 

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Auf dem Weg nach Ban Pen genießen wir den Ausblick über Teebüsche, Mangobäume und immer wieder viel üppigen Bambus. 

 

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Bei diesem Teebauern in Ban Pan machen wir Halt und sehen bereits am Eingang den Mao Cha auf großen Matten in der Sonne trocknen. 

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Der Duft ist ein Traum.

 

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Das Aussortieren von Huang Pian muss in aufwändiger Handareit durchgeführt werden. 

 

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Aussortierte Huang Pian Teeblätter.

 

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Die Damen haben viel Erfahrung und ein geschultes Auge.

 

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Der Teebauer in Ban Pen lädt uns zum Teatasting seines frischen Mao Cha ein. 

 

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Im Teezimmer des Bauern wird der händissch aufwändige Weg der Teeproduktion in Wandbildern verdeutlicht, von rechts nach links: 
Die Pflückung, das Kochen/Trockengaren, das Kneten, das Sortieren und Trocknen, das Verpacken und schließlich der Genuss.

   

Der Tee wird in der Sonne getrocknet, wie es im Idealfall auch sein soll. Nur das direkte Sonnenlicht gibt dem Tee am Ende das bestmögliche Aroma. Wir werden vom Teebauern zu einem Teatasting eingeladen und nehmen dankend an. Es ist ein sehr fruchtiger Tee mit leichter Süße, Tanninen und einer angenehmen Nachhaltigkeit im Abgang.

Mit diesem Geschmack auf der Zunge geht es weiter Richtung Lao Ban Zhang. Dort angekommen sehen wir einige Pflückerinnen in den Gushu Teegärten. Wir machen einen kleinen Spaziergang durch diese magischen Teeberge und bestaunen auch die drei ältesten Bäume. Die einezäunte Königin ist ca. 600 – 700 Jahre alt. Der König und die Prinzessin sind ca. 300 – 400 Jahre alt.

 

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Teegarten im Einklang mit der biologisch intakten Umwelt: viele Teebäumchen und dazwischen große andere Bäume als Schattenspender mit einem Bananengarten.

 

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Der zum Schutz eingezäunte berühmte "König" in Lao Ban Zhang ist schätzungsweise 300 – 400 Jahre alt. 

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Auch die "Prinzessin" wird vor Schaulustigen mit einem Zaun geschützt. Wir hoffen sehr, daß der Ruhm und Tourismus den Bäumen hier nicht schadet. 

 

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Lao Ban Zhang ist bereits eine relativ leicht zugänglicheTouristenattraktion. Hier im Bild stehen wir (Olli und Geli vom TKK) zusammen mit einer chinesichen Touristin vor der 600 - 700 Jahre alten "Königin" dieses berühmten Gushu-Gartens.

 

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Diesen alten Teebaum können die Pflückerinnen ohne Leiter beklettern. 

 

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Immer wieder fallen uns kleine, bunte Faunabewohner auf - wie hier diese hübsche Raupe. Bio total!

 

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Olli hält ein frisches, zart-weiches Blatt der ehrwürdigen Gushu-Königin von Lao Ban Zhang in seiner Hand!

 

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Das Teepflücken klappt auch mit attraktiven, rot lackierten Fingernägeln ...

 

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 ... und Schutzhandschuhen. ;o)

 

Kurz nachdem wir die Pflückerinnen beobachtet haben, geht es zur Teefabrik in Lao Ban Zhang und wir sehen wie die Blätter beim Teebauern zum Ruhen ausgelegt werden, bevor es in den Wok zum Kochen geht. Die Aufgabe des Teekochens und Beheizens des Ofens sind sehr wichtige Aufgaben. Bei diesem heiklen Prozess können viele Fehler gemacht werden. Das beste Blattgut alleine nützt nach Yu’s Meinung nicht viel, wenn man einen schlechten Koch hat. Bei späteren Teatastings wird das mit unterschiedlichen Qualitäten verdeutlicht.

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Der Wok zum Kochen, bzw. Trockengaren der Teeblätter in Lao Ban Zhang.

 

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Hier kann man deutlich den aus den Teeblättern aufsteigenden Dampf erkennen.

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Das Kochen ist eine heikle und schweißtreibende Arbeit die nur wenige Köche zur Perfektion beherrschen.

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Auf der anderen Seite unterhalb des Woks wird das Feuer geschürt.

 

 

 

 

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Die gekochten Teeblätter werden unter freiem Himmel zum Trocknen ausgelegt.

 

2-Teil-37-von-54 Der Wok ist sehr heiß und man muss mit Schutzhandschuhen arbeiten. 

 

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Der Teebauer und Gartenbesitzer schüttet die frische Ernte zum Ruhen für ca. 1 - 3 Stunden in lange, blitzblanke Edelstahltische - bevor sie zum Kochen in den Wok kommen.

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 Der Duft frisch gepflückter Teeblätter ist hoch intensiv und betörend - ja fast schon berauschend!

 

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Hier warten die vorportionierten, abgewogenen Teeblätter auf den heißen Wok. ...

 

2-Teil-41-von-54 ... Und so sehen die nach dem Kochen/Trockengaren aus. Sie sind immer noch weich, biegsam und zart, haben aber ca. 10 - 20% Ihrer Flüssigkeit verloren.

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Geli ist schwer verliebt in den betörenden Duft und wünschte man könnte ihn konservieren. 

  

Der Teebauer lädt unsere Gruppe zum Essen ein und wir genießen viel frisches Gemüse, Reis und Huan Piang Tee. Die Familien der Pflückerinnen sind sehr erfreut über unseren Besuch und singen uns zu Ehren ein fröhliches Lied. 

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 Die Teepflückerinnen haben heutzutage natürlich auch ihre Handys und fotografieren und filmen uns eifrig. So viele Westler bekommt man hier nicht häufig zu sehen. ;o)

 

2-Teil-44-von-54 Wir lieben diese kleinen runden, liebevoll und prall gedeckten Tische - die Mahlzeiten sind immer ein Hochgenuss und stets gemütlich.

 

Es war ein berührender und unvergesslicher Moment - der Chorgesang der Pflückerinnen war eine große Überraschung und ging direkt ins Herz.

 

Es folgt ein erstes Teatasting mir Meister Yu. Zuerst trinken wir einen Mao Cha Sheng aus Gushubäumen des Gartens Lao Ban Zhang - was für ein Highlight! Der Tee ist unglaublich intensiv fruchtig, mit sehr viel Textur und Körper. Yu bezeichnet ihn auch als leicht maskulin und etwas wild. Auch nach 8 Aufgüssen ist dieser Tee immer noch ein sehr intensives Geschmackserlebnis. Später wird genau dieser Mao Cha in Fladen gepresst und wir haben eine kleine Bestellung aufgegeben und hoffen ein paar wenige Fladen zu bekommen.

Als zweiten Tee probieren wir einen Shou Pu Ehr den Yu 2016 produziert hat. Das besondere am Shou ist die Postfermentierung (Wo Doi). Der Tee wird in großen Haufen aufgeschichtet und ca. 56 Tage fermeniert. Alle 7 Tage muss der Tee in Schichten gewendet und befeuchtet werden. Die Temperatur sollte im Inneren des Teehaufens 65 Grad Celsius nicht überschreiten.

Der Tee, den wir jetzt probieren, ist noch nicht gepresst, allerdings soll es bald gemacht werden, denn in der Regel reift und lagert der Shou als Fladen (Bing Cha) besser und speziell hohe Qualitäten werden meistens gepresst.

Der Tee hat eine tiefdunkle, klare, schöne Tassenfarbe und die Teeblätter duften nach Melasse und Honig. Auch der Aufguss ist süßlich und relativ sanft mit einer angenehm breiten Textur. Es ist der zugänglichste Shou Pu Erh Tee, den wir bisher getrunken haben.

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 Unsere Gruppe reiht sich um Meister Yu - der Lao Ban Zhang Tee ist ein absoluter Hochgenuss!

 

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Das wunderschöne Blatt des Lao Ban Zhang Mao Cha. 

 

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 Die Farbe vom Aufguss - ein Traum, wie schade, daß wir den Duft hier nicht zeigen können!

 

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Die Teeblätter werden am Ende stets ausführlich betrachtet, untersucht und befühlt.

 

2-Teil-50-von-54 Jetzt kommt der dunkle Shou in den Pitcher - wir sind schon gespannt. ...

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... Es ist mit Abstand der beste Shou den wir bisher überhaupt probieren, trifft aber nicht ganz unseren Geschmack. Sheng ist eindeutig mehr unsere Welt.

 

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So sehen die Shou Blätter am Ende aus. 

 

Am Abend treffen wir uns alle bei Yu im Hotelzimmer zu einem weiteren Teatasting. Den ersten Tee den wir probieren ist ein Ba Tong Sheng, bei dem die Blätter von jungen und alten Bäumen gemischt wurden (Blend). Beim Geruch der aufgegossenen Teeblätter und auch am Geschmack fällt uns auf, daß diese Tee nicht gut gekocht wurde. Er hat leicht verbrannte Noten im Nachhall. Ein weiterer Blend aus Ban Pen Mao Cha folgt als zweiter Tee. Dieser Tee ist deutlich besser, denn es wurden keine Fehler beim Kochen gemacht. Er schmeckt sehr leicht, hat aber wenig Facetten und es fehlt etwas an Körper und Textur. Der dritte Tee gefällt uns sehr. Ein Gushu Mao Cha Lao Man’E aus Bulang Shan. Bei den ersten zwei Aufgüssen leicht süßliche Noten von Waldhonig, dann wird er intensiv und füllt den Mundraum mit fruchig-herben Nuancen aus. Ein charakterstarker Tee den Menglin auch „schwarze Madonna“ nennt. Wir können uns mit dem Spitznamen anfreunden.

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Bei jedem Teatasting werden unterschiedliche Tees im Vergleich probiert, damit wir möglichst viel lernen. Niemals zuvor konnten wir in derart kurzer Zeit so extrem viel Neues dazu lernen. Wir sind tief beeindruckt von der maximalen Input/Zeit-Ratio. 

 

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Es ist spät und wir sind alle glücklich von all den tollen Wahnsinns-Tees! Danke an unsere großen Meister Yu und Menglin. (Foto: Miguel Ledesma)

 


So sieht es zu später Stunde aus, wenn extrem besessene Teefreunde das feuchte Blattgut befummeln. ^^

Zum Abschluss eines intensiven Teetages trinken wir einen ganz besonders sensationellen Tee. Einen Dong Ding Oolong aus dem Jahr 1960 produziert von Teemeister Atong Chen. Ein unglaublich sanfter, grandios-sensationeller Tee mit zarten Pflaumennoten und einer beruhigenden, harmonisierenden Wirkung die sich bei allen Teefreunden angenehm bemerkbar macht. 

Der nächste Teil 3 von 8 erzählt von unserem Besuch bei den Bulang in Zhang Lang.


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